Nachrichten
ZurückNachdem die EU-Kommission im Februar dieses Jahres das Weißbuch Pensionen, eines der wichtigsten Strategiepapiere zum Thema Pensionen, veröffentlicht hat, beschäftigt sich nun das Europäische Parlament intensiv damit. Die zuständige Berichterstatterin präsentierte vor kurzem ihren Bericht und machte keinen Hehl aus ihren Vorstellungen: Ausbau der privaten Pensionsvorsorge und Betriebspensionen sowie die Notwendigkeit, das gesetzliche Pensionsalter an die Lebenserwartung zu knüpfen. Forderungen, die bei den ArbeitnehmerInnenvertretern auf erheblichen Widerstand stoßen.
Bevölkerung Europas altert, die richtige Lehren müssen nun gezogen werden
Die Bevölkerung Europas wird immer älter, weil die Menschen länger leben und weniger Kinder haben. Bereits ab nächstem Jahr beginnt die erwerbstätige Bevölkerung in der EU zu schrumpfen. Der finanzielle Druck von Pensionen auf die nationalen Budgets nimmt zu, nicht zuletzt aufgrund der zusätzlichen Belastung durch die Wirtschafts- und Finanzkrise. Um die Bemühungen der Mitgliedstaaten zu unterstützen, hat die Europäische Kommission ein Weißbuch zu angemessenen, sicheren und nachhaltigen Pensionen und Renten veröffentlicht. Das EU-Parlament befasst sich nun damit und legte seine Vorstellungen dazu vor. Die zuständige konservative Berichterstatterin im Parlament, Ria Oomen-Ruijten, legte vor kurzem ihren Berichtsentwurf vor. Nicht überraschend war, dass sie sich mit den Vorstellungen der Kommission einverstanden erklärte und sich für den Ausbau der privaten Pensionsvorsorge und die automatische Koppelung des gesetzlichen Pensionsalters an die steigende Lebenserwartung aussprach. Aus Sicht der AK zwei Punkte die nicht die richtigen Antworten auf die Alterung der Bevölkerung darstellen. Vielmehr müsste mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür gesorgt werden, dass mehr Menschen in Beschäftigung kommen und damit das Europa 2020 Ziel von einer 75% Beschäftigungsquote erfüllt wird. Damit würden viele Maßnahmen, die für so manchen auf den ersten Blick durchaus plausibel und als schnelle Lösung erscheinen, nicht notwendig.
Demografische Daten dürfen nicht uminterpretiert werden
Die demografischen Entwicklungen geben Anlass zur Sorge und auch zur Freude, denn wir leben immer länger, so steht es zumindest im Berichtsentwurf vom Oomen-Ruijten. Nur die Daten, die sie als gegeben annimmt, stimmen leider nicht mit den Fakten überein. Wenn sie davon spricht, dass 2008 noch vier Personen für einen Empfänger von Versorgungsbezügen (Pensionen) auf dem Arbeitsmarkt aktiv waren und 2060 es für einen Empfänger von Versorgungsbezügen (Pensionen) nur noch zwei Berufstätige geben wird, dann ist das schlicht und einfach falsch. Richtig ist vielmehr, dass es heute vier Personen im erwerbsfähigen Alter gibt, die einen Pensionisten erhalten. Damit ist aber noch nicht gesagt, ob diese vier Personen bzw im Jahre 2060 zwei im erwerbsfähigen Alter auch arbeiten, denn das besagen die demografischen Daten nicht! Oomen-Ruijten befindet sich aber in guter Gesellschaft bei der bewussten oder unbewussten Vermischung solcher Daten, auch der Economist, die Frankfurter Allgemeine Zeitung usw. haben dies bereits getan. Für die Diskussion der Finanzierbarkeit der Pensionssysteme ist es aber von entscheidender Bedeutung, ob jemand tatsächlich arbeitet. Denn die Erwerbsbeteiligung ist bei der gesamten Diskussion der entscheidende Faktor, nicht ob das gesetzliche Pensionsalter angehoben oder mit der steigenden Lebenserwartung verknüpft werden soll. Dies gilt es nun auch dem Europäischen Parlament zu vermitteln.
Weiterführende Informationen:
Kurzeinschätzung der AK zum Weißbuch Pensionen
Berichtsentwurf von MEP Oomen-Ruijten zum Weißbuch Pensionen
AK und EPC Policy Brief: 1000 Milliarden Euro stehen auf dem Spiel – Wie durch die Ankurbelung von Beschäftigung der demografische Wandel und die Staatsdefizite bewältigt werden können (nur auf Englisch)
Die Bevölkerung Europas wird immer älter, weil die Menschen länger leben und weniger Kinder haben. Bereits ab nächstem Jahr beginnt die erwerbstätige Bevölkerung in der EU zu schrumpfen. Der finanzielle Druck von Pensionen auf die nationalen Budgets nimmt zu, nicht zuletzt aufgrund der zusätzlichen Belastung durch die Wirtschafts- und Finanzkrise. Um die Bemühungen der Mitgliedstaaten zu unterstützen, hat die Europäische Kommission ein Weißbuch zu angemessenen, sicheren und nachhaltigen Pensionen und Renten veröffentlicht. Das EU-Parlament befasst sich nun damit und legte seine Vorstellungen dazu vor. Die zuständige konservative Berichterstatterin im Parlament, Ria Oomen-Ruijten, legte vor kurzem ihren Berichtsentwurf vor. Nicht überraschend war, dass sie sich mit den Vorstellungen der Kommission einverstanden erklärte und sich für den Ausbau der privaten Pensionsvorsorge und die automatische Koppelung des gesetzlichen Pensionsalters an die steigende Lebenserwartung aussprach. Aus Sicht der AK zwei Punkte die nicht die richtigen Antworten auf die Alterung der Bevölkerung darstellen. Vielmehr müsste mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür gesorgt werden, dass mehr Menschen in Beschäftigung kommen und damit das Europa 2020 Ziel von einer 75% Beschäftigungsquote erfüllt wird. Damit würden viele Maßnahmen, die für so manchen auf den ersten Blick durchaus plausibel und als schnelle Lösung erscheinen, nicht notwendig.
Demografische Daten dürfen nicht uminterpretiert werden
Die demografischen Entwicklungen geben Anlass zur Sorge und auch zur Freude, denn wir leben immer länger, so steht es zumindest im Berichtsentwurf vom Oomen-Ruijten. Nur die Daten, die sie als gegeben annimmt, stimmen leider nicht mit den Fakten überein. Wenn sie davon spricht, dass 2008 noch vier Personen für einen Empfänger von Versorgungsbezügen (Pensionen) auf dem Arbeitsmarkt aktiv waren und 2060 es für einen Empfänger von Versorgungsbezügen (Pensionen) nur noch zwei Berufstätige geben wird, dann ist das schlicht und einfach falsch. Richtig ist vielmehr, dass es heute vier Personen im erwerbsfähigen Alter gibt, die einen Pensionisten erhalten. Damit ist aber noch nicht gesagt, ob diese vier Personen bzw im Jahre 2060 zwei im erwerbsfähigen Alter auch arbeiten, denn das besagen die demografischen Daten nicht! Oomen-Ruijten befindet sich aber in guter Gesellschaft bei der bewussten oder unbewussten Vermischung solcher Daten, auch der Economist, die Frankfurter Allgemeine Zeitung usw. haben dies bereits getan. Für die Diskussion der Finanzierbarkeit der Pensionssysteme ist es aber von entscheidender Bedeutung, ob jemand tatsächlich arbeitet. Denn die Erwerbsbeteiligung ist bei der gesamten Diskussion der entscheidende Faktor, nicht ob das gesetzliche Pensionsalter angehoben oder mit der steigenden Lebenserwartung verknüpft werden soll. Dies gilt es nun auch dem Europäischen Parlament zu vermitteln.
Weiterführende Informationen:
Kurzeinschätzung der AK zum Weißbuch Pensionen
Berichtsentwurf von MEP Oomen-Ruijten zum Weißbuch Pensionen
AK und EPC Policy Brief: 1000 Milliarden Euro stehen auf dem Spiel – Wie durch die Ankurbelung von Beschäftigung der demografische Wandel und die Staatsdefizite bewältigt werden können (nur auf Englisch)